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"Schwabinger Kunstfund": Veröffentlichung von 590 Werken auf www.lostart.de

Berlin, 14. November 2013
Pressemitteilung der Taskforce „Schwabinger Kunstfund“
Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel

Die von Bund und Freistaat Bayern beauftragte Leiterin der Taskforce „Schwabinger Kunstfund“, Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel, begrüßt, dass die Staatsanwaltschaft Augsburg alle rund 590 Kunstwerke aus dem „Schwabinger Kunstfund“, bei denen ein möglicher NS-verfolgungsbedingter Entzug nicht ausgeschlossen ist, auf der Internetseite www.lostart.de der Koordinierungsstelle Magdeburg meldet. Dies geschieht auch im Einvernehmen mit den auf Bundes- und Landesebene beteiligten Ressorts. Mit der Veröffentlichung wird – nachdem die technischen Voraussetzungen geschaffen worden sind – in der kommenden Woche begonnen.

Auf der Grundlage der bisher gewonnenen Erkenntnisse ist nur durch die damit verbundene breite Öffentlichkeit eine zeitnahe und umfassende Recherche zur Vergangenheit der Kunstwerke möglich. Denn ohne eine transparente Dokumentation der recherchierten Ergebnisse ist eine umfassende Klärung der Provenienz der Kunstwerke kaum zu erreichen. Hinzu kommt, dass mögliche Berechtigte nun rascher in die Lage versetzt werden, vermisste Kunstwerke zu identifizieren und ggf. Ansprüche geltend machen zu können. Datenbanken wie Lostart.de stellen dafür eine zentrale Kommunikationsgrundlage dar. Die Veröffentlichung der Werke leistet damit einen ganz entscheidenden Beitrag zur Provenienzrecherche und vor allem auch dazu, mögliche Berechtigte leichter und schneller zu finden. Die Ergebnisse der Recherchen zu den einzelnen Kunstwerken werden der Staatsanwaltschaft Augsburg umgehend zur Verfügung gestellt.

„Mit der Veröffentlichung auf lostart.de kann die Herkunft der beim sog. ´Schwabinger Kunstfund´ sichergestellten Kunstwerke so rasch und transparent wie möglich festgestellt werden,“ so Ingeborg Berggreen-Merkel. Nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft Augsburg müssen aus der beschlagnahmten Sammlung - abzüglich der Objekte, die eindeutig keinen Bezug zur NS-Raubkunst haben - ca. 590 Werken überprüft werden.

Zur weitergehenden Recherche ist eine Taskforce mit Expertinnen und Experten für Provenienzrecherche gebildet worden, die ihre Arbeit bereits aufgenommen hat. Auch internationaler Sachverstand soll herangezogen werden. Personell tragen dazu die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, das Bundesministerium der Finanzen, das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen sowie der Freistaat Bayern bei. Dieses Verfahren stellt sicher, dass auch die Kompetenz aller bei Bund und Land beteiligten Einrichtungen mit einbezogen wird.

Die Webseite www.lostart.de ist die zentrale Serviceeinrichtung von Bund und Ländern zur Dokumentation von Kulturgutverlusten während der NS-Zeit und von entsprechenden Fundmeldungen.


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