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Pressemitteilung der Taskforce „Schwabinger Kunstfund“ vom 28.Novemver 2013

Berlin, 28. November 2013
Pressemitteilung der Taskforce „Schwabinger Kunstfund“

Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat weitere 101 Werke der in der Wohnung von Cornelius Gurlitt aufgefundenen Kunstwerke zur Veröffentlichung in der Datenbank www.lostart.de gemeldet. Die heutige Veröffentlichung im Internet erfolgt auf der Grundlage der staatsanwaltlichen Entscheidung durch die Koordinierungsstelle Magdeburg.

Unter den 101 Werken, für die ein NS-verfolgungsbedingter Entzug durch die Staatsanwaltschaft Augsburg nicht ausgeschlossen werden kann, befinden sich Zeichnungen, Aquarelle und Grafiken von Künstlern wie z.B. Edgar Degas, Eugene Delacroix, Paul Cezanne, Pablo Picasso, Albrecht Dürer und Honoré Daumier. Die Leiterin der „Taskforce Schwabinger Kunstfund“, Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel, begrüßte die neue Meldung als weiteren wichtigen Beitrag zur Klärung der Provenienz der beschlagnahmten Bilder. Einschließlich der 101 neu gemeldeten Werke werden in Kürze 219 Fundmeldungen unter dem Link „Schwabinger Kunstfund“ veröffentlicht sein.

Weitere Werke und Konvolute werden in kurzen Abständen folgen. Eine der hierfür zwingend notwendigen Vorarbeiten, das Fotografieren von Vorder- und Rückseite der einzelnen Werke, konnte diese Woche abgeschlossen werden. Aufgrund der hohen restauratorischen Anforderungen an eine sorgfältige Behandlung der Werke und an die Qualität der Fotografien hatte sich diese Arbeit als besonders zeitintensiv herausgestellt.

Die gemeldeten Fundmeldungen der Staatsanwaltschaft Augsburg werden unter dem Link „Munich Art Trove“ auch in einer englischsprachigen Version unter www.lostart.de veröffentlicht

Die Koordinierungsstelle Magdeburg ist in Deutschland die vom Bund und den Ländern eingerichtete zentrale Anlaufstelle für Fragen der Dokumentation von Kulturgutverlusten. Ihre Website und die Datenbank sind seit über zehn Jahren etabliert und weltweit als unverzichtbare Dokumentations- und Rechercheinstrumente anerkannt. Verfolgte des nationalsozialistischen Regimes oder ihre Nachfahren haben hier die Möglichkeit, Verlustmeldungen unentgeltlich und ohne bürokratischen Aufwand veröffentlichen zu lassen und somit ihre Ansprüche auf das geraubte, entzogene oder auf andere Weise verloren gegangene Kunst- und Kulturgut zu erheben.

Die in die Taskforce berufenen unabhängigen Experten begleiten und unterstützen die im Zuge des Amtshilfeverfahrens für die Staatsanwaltschaft Augsburg durchzuführenden Recherchen nach der Herkunft und den Erwerbungsumständen der Kunstgegenstände, die sich in der Wohnung von Herrn Cornelius Gurlitt befanden und für die ein NS-verfolgungsbedingter Entzug nicht auszuschließen ist. Die Taskforce ist Ansprechpartner für potentielle Anspruchsteller an die von der Staatsanwaltschaft gemeldeten Kunstwerke und nimmt auch Hinweise zur Provenienz einzelner Werke dankend entgegen.

Kontakt:

Taskforce „Schwabinger Kunstfund“
Geschwister- Scholl-Str.6
10117 Berlin
Fax: 030 266426932
Email: office@taskforce-kunstfund.de

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