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Lost Art


Die Leiterin der Taskforce „Schwabinger Kunstfund“, Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel, zur aktuellen Situation

Gemeinsame Pressemitteilung v. 08. Mai 2014

„Obwohl ich um Herrn Gurlitts schlechten Gesundheitszustand wusste, macht mich sein Tod sehr betroffen. Ich bin froh, dass wir noch die Möglichkeit hatten, persönlich miteinander zu sprechen. Ich erkenne dankbar an, dass sich Herr Gurlitt in der Vereinbarung, die er mit dem Freistaat Bayern und der Bundesrepublik Deutschland geschlossen hatte, im Fall von Raubkunst zu den Washingtoner Prinzipien – insbesondere zur Restitution – bekannt hatte. Das bezeugt letztlich sein Verantwortungsgefühl.

Die von Cornelius Gurlitt mit dem Bund und dem Freistaat Bayern Anfang April unterzeichnete Vereinbarung bindet auch seine Erben. Daher geht auch in diesen Tagen die Arbeit unter Hochdruck weiter. Es ist nach wie vor das Ziel, den Kunstraub der Nationalsozialisten bezogen auf die der Taskforce zur Untersuchung überlassenen Werke wissenschaftlich aufzuarbeiten, um im Sammlungsbestand von Herrn Gurlitt die Werke zu identifizieren, die ihren vormaligen Eigentümern im Zuge der Verfolgung durch die Nazis entzogen wurden.

Dass sich das im Testament von Cornelius Gurlitt bedachte Kunstmuseum Bern ebenfalls den Washingtoner Prinzipien verpflichtet fühlt, habe ich dankbar wahrgenommen. Die Taskforce sieht ihre Aufgabe ausschließlich in der Aufarbeitung nationalsozialistischen Unrechts und dadurch der Ermöglichung von Wiedergutmachung bei nachgewiesener Raubkunst.
Selbstverständlich beantworten wir dem von Herrn Gurlitt benannten Kunstmuseum Bern gerne sämtliche offenen Fragen. Gerade im Interesse der noch lebenden Opfer des Nationalsozialismus, die Restitutionsansprüche angemeldet haben, können die schwierigen Fragen, die sich derzeit stellen, im Wege des Dialoges am besten geklärt werden.“

KONTAKT:
Dr. Matthias Henkel
Leiter Kommunikation – TASKFORCE Schwabinger Kunstfund
Tel: +49 30 18 665 7204
Mail: info@matthiashenkel.org

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