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Lost Art


TASKFORCE-Gutachten bestätigt NS-Raubkunstverdacht des Gemäldes von Henri Matisse „Sitzende Frau“ (1921)

Pressemitteilung v. 11. Juni 2014

Mit der gutachterlichen Stellungnahme zu dem Werk von Henri Matisse (1921) „Sitzende Frau / In einem Sessel sitzende Frau / Femme assise“ (Lost Art-ID – 477894) schließt die TASKFORCE Schwabinger Kunstfund eine erste Untersuchung ab.

Für das 1921 geschaffene Werk des französischen Malers Henri Matisse (1869 – 1954) gestaltete sich trotz guter Dokumentenlage die Recherche schwierig und aufwändig. So ging es um die eindeutige Klärung der Werkidentität, um unstimmige Größenangaben des Kunstwerkes und Lücken im Zeitablauf der Besitznachweise. Für eine möglichst zweifelsfreie Klärung der Provenienz waren umfangreiche Archivrecherchen in Deutschland, Frankreich und den Vereinigten Staaten von Amerika erforderlich. Auch die von den Anspruchstellern dankenswerterweise zur Verfügung gestellten historischen Quellen waren außerordentlich hilfreich. Das international besetzte Expertenteam der Provenienzforscherinnen und -forscher hat – trotz des hohen Zeitdrucks und dem verständlichen hohen Interesse der Öffentlichkeit – höchsten Wert auf die fachliche Aussagekraft des Gutachtens gelegt.

Zum weiteren Vorgehen äußert sich die Leiterin der TASKFORCE, Dr. Berggreen-Merkel:

„Auch wenn nicht mit letzter Sicherheit dokumentiert werden konnte, unter welchen Umständen Hildebrand Gurlitt in den Besitz des Werkes gekommen ist, so kommt die TASKFORCE zu dem Ergebnis, dass es sich bei dem Werk um NS-Raubkunst aus dem rechtmäßigen Eigentum der Sammlung von Paul Rosenberg handelt. Dieses Ergebnis trägt auch dem Umstand Rechnung, dass nach über 70 Jahren mitunter nicht alle sich stellenden Fragen abschließend beantwortet werden können, gleichwohl aber - im Sinne der Leitidee der Washingtoner Erklärung - faire und gerechte Lösungen gefunden werden sollen.

Unsere gutachterliche Stellungnahme wird nun zunächst - aufgrund der noch nicht entschiedenen Rechtsnachfolge - in einem ersten Schritt dem Nachlassgericht zur Verfügung gestellt und im Anschluss Grundlage für die Entscheidung über eine Restitution an die Erben von Paul Rosenberg sein. Diese endgültige Entscheidung liegt ausschließlich in der Hand des Erben/der Rechtsnachfolger von Cornelius Gurlitt, der sich zu Rückgaben auf der Grundlage der Washingtoner Erklärung noch kurz vor seinem Tode bereit erklärt hat. Diese Verpflichtung bindet auch seine Erben.“


KONTAKT:
Dr. Matthias Henkel
Leiter Kommunikation – TASKFORCE Schwabinger Kunstfund
Karl-Liebknecht-Straße 31/33
10178 Berlin

Tel: +49 30 18 665 7204
Mail: info@matthiashenkel.org

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