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Lost Art


Weitere Kunstwerke aus dem Münchner Nachlass von Cornelius Gurlitt an die Taskforce „Schwabinger Kunstfund“ zur Recherche übergeben

Pressemitteilung v. 24. Juli 2014

Die mit der Sicherung des Nachlasses von Cornelius Gurlitt betrauten Beamten haben eine kleine Anzahl weiterer Kunstwerke – ein Bild, ansonsten vor allem figürliche Darstellungen -, darunter eine Skulptur vermutlich von Edgar Degas und eine Marmorskulptur, die nach erster Sichtung aus der Hand des französischen Künstlers Auguste Rodin stammen könnte, aufgefunden. Genaueres soll eine Bestandsaufnahme ergeben, die derzeit von mehreren Experten durchgeführt wird. Diese Werke befanden sich in der Wohnung von Cornelius Gurlitt in München-Schwabing, waren aber nicht von der Staatsanwaltschaft Augsburg beschlagnahmt worden und daher bislang auch nicht Gegenstand der Recherchen der Taskforce „Schwabinger Kunstfund“.

Die Kunstwerke wurden im Zuge der Nachlasssicherung zusammen mit weiteren Nachlassgegenständen zunächst dem Amtsgericht (Nachlassgericht) München übergeben und dort in Verwahrung genommen. Der gerichtlich bestellte Nachlasspfleger bat nunmehr die Expertinnen und Experten der Taskforce „Schwabinger Kunstfund“, auch diese Kunstwerke auf etwaigen NS-verfolgungsbedingten Entzug zu überprüfen.

Die Leiterin der Taskforce, Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel, hat den zusätzlichen Auftrag angenommen: „Wir bedanken uns für das große Vertrauen, dass uns durch die Überlassung dieser weiteren Kunstwerke entgegengebracht wird. Diesem Vertrauen, das uns in unseren bisherigen Arbeiten bestärkt, wollen wir im Interesse der Opfer des NS-Kunstraubes wie auch der Erben von Cornelius Gurlitt durch weiterhin sorgfältige Recherchearbeiten und eine transparente Darstellung des neuen Fundes gerecht werden“, so Berggreen-Merkel. Deshalb veranlasste die Leiterin der Taskforce, dass alle neu aufgefundenen Kunstwerke nach Abschluss der derzeitigen Inventarisierungsarbeiten schnellstmöglich in der Datenbank www.lostart.de veröffentlicht werden.

Bayerns Justizminister Prof. Dr. Winfried Bausback, der die Gespräche mit der Taskforce vermittelt hatte, gab seiner Freude Ausdruck, dass die Zusammenarbeit mit der Taskforce auch hier wieder zu einem guten Ergebnis geführt habe: „Dass nun die Provenienzforschung auch auf diese Gegenstände erstreckt werden kann, ist eine gute Nachricht“, so Bausback.

Die Einstellung der Kunstwerke in www.lostart.de wird mit Fotografien und Anmerkungen zu den Kunstwerken erfolgen und gesondert mitgeteilt werden.

KONTAKT:
Dr. Matthias Henkel
Leiter Kommunikation – TASKFORCE Schwabinger Kunstfund
Karl-Liebknecht-Straße 31/33
10178 Berlin

Tel: +49 30 18 665 7204
Mail: presse@taskforce-kunstfund.de

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