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Düsseldorfer Auktionshaus gibt Gemälde von Wilhelm Krafft an die Erben nach Max Stern zurück

Datum
22.06.2016

Das Düsseldorfer Aktionshaus hat der Max and Iris Stern Foundation sowie drei von Stern begünstigten Universitäten heute das Gemälde „Italienische Familie“ (1837) von Wilhelm Krafft zurückgegeben. Dabei handelt es sich um NS-Raubgut. Das Gemälde geht als öffentlich zugängliche Leihgabe an das Düsseldorfer Stadtmuseum.

Uwe Hartmann, Leiter des Fachbereichs Provenienzforschung beim Deutschen Zentrum Kulturgutverluste, hielt anlässlich der Rückgabe ein Grußwort: „Die heutige Restitution ist ein hervorragendes Zeichen dafür, dass zunehmend auch der Kunsthandel und private Einrichtungen den Grundgedanken der Washingtoner Prinzipien folgen und sich diesen verpflichten. Wir werden weiter daran arbeiten, den begonnenen Dialog mit Kunsthandel und Auktionswesen fortzuführen und private Einrichtungen für die Thematik NS-Raubgut und Restitution zu sensibilisieren. Daher fördert das Zentrum seit 2015 neben öffentlichen grundsätzlich auch privat getragene Einrichtungen und Privatpersonen, die bei der Suche nach NS-Raubgut zu fairen und gerechten Lösungen gemäß den Washingtoner Prinzipien und der Gemeinsamen Erklärung beitragen wollen.“

Die 1913 gegründete Galerie Stern musste 1937 aufgrund der Verfolgung durch die Nationalsozialisten schließen. Das Krafft-Gemälde wurde, wie der Großteil des Bestandes der Galerie, bei Lempertz in Köln zur Versteigerung aufgeboten.

Nachdem das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste einen anonymen Hinweis über den geplanten Verkauf des Gemäldes erhalten hatte, informierte es Vertreter der Stern-Stiftung. Daraufhin kontaktierten sie den in Düsseldorf ansässigen Auktionator, mit dem nun eine faire und gerechte Lösung im Sinne der Washingtoner Prinzipien gefunden werden konnte.

Der jüdische Kunsthändler Max Stern floh nach Kanada und hinterließ sein Erbe drei Universitäten in Kanada und Israel. Diese richteten das Max Stern Art Restitution Project ein, mit dem der unter Zwang veräußerte Galeriebestand systematisch aufgesucht und restituiert werden soll. Das Krafft-Gemälde ist das dreizehnte, das zur Stern-Stiftung zurückkehrt.

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