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Beteiligte Privatpersonen und Körperschaften am NS-Kulturgutraub

Ettle, Wilhelm

Hessen, Wiesbaden, Rheinpfalz, Saarland u.a.; 1920 Restaurator Städelsches Kunstinstitutu; 1926-31 Inhaber einer Kunsthandlung, Katharinenpforte 6, Frankfurt a. M. (Schließung aus wirtschaftl. Gründen); 1929 SA-Mitglied; 1930 Kampfbund für deutsche Kultur; 1932 Beitrtitt zur NSDAP; 1939 Gründung Kunsthaus Ettle (mit seiner Frau Anni); 1941Sachverständiger des NS-Reichserziehungs- u. Innenministeriums; seit 1938 Auftrag zur Taxierung jüdischer Sl.; zw. 1941-44 autorisiert, beschlagnahmte Werke öffentlich über sein Kunsthaus, Eschenheimer Anlage 35, Frankfurt/M. zu versteigern, deklarierte diese als "freiwillige Versteigerungen" und verschleierte deren Herkunft; 1941 Verhaftung durch Gestapo wegen persönlicher Bereicherung/illegaler Geschäftspraktiken: das Ehepaar Ettle gelangt vor das Kreisgericht Nord der NSDAP mit dem Vorwurf, Ettle habe Ankäufe bei Juden auf eigene Rechnung getätigt, durch die Aushändigung von Bargeld Vorschub zu Vermögensverschiebungen geleistet und sich als Sachverständiger bereichert - Aufhebung der Parteimitgliedschaft in der NSDAP; Bis zur Erteilung des Berufsverbots und Schließung des Kunsthauses 1944 konnte Ettle weiter seine Tätigkeit ausüben; ab 1941 Fortsetzung seiner Tätigkeit durch den Kunsthändler Julius Hahn; 03. Apil 1946 verurteilt das mittlere US-Militärgericht in Darmstadt Wilhelm Ettle zu sieben Jahren Gefängnis, seine Frau Anni zu fünf. Beide konnten danach wieder im Kunsthandel tätig werden.

Q: Eva Mongi-Vollmer, "Alltägliches Recht, alltägliches Unrecht". Die Gemälederwerbungen des Städel 1933-1945. In: Museum im Widerspruch. Das Städel und der Nationalsozialismus", hrsg. v. Uwe Fleckner u. Max Hollein (= Schriften der Forschungsstelle "Entartete Kunst", 6), Berlin 2011, 181; "Biographisches Verzeichnis". In: Museum im Widerspruch. Das Städel und der Nationalsozialismus, 343f.

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