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Lost Art


Beteiligte Privatpersonen und Körperschaften am NS-Kulturgutraub

Graupe, Paul (Jacques Vial, Muir)

1881–1953; Buchhändler, Auktionator, Kunsthändler, Berlin, Paris, New York, Geschäftsadressen: vor 1928 Berlin W35, Lützowstr. 38, 1928-31 Berlin W 35, Tiergartenstr. 4, 1932-33 Berlin W35, Bellevuestr. 7, 1934-37 Berlin W9, Bellevuestr. 3, 1938 Paris, 16, Place Vendôme, 1937 Auktionshaus von seinem ehemaligen Teilhaber Hans W. Lange (1904–1945) erworben und weitergeführt, ab 1937 Paris, Decknamen: Jacques Vial, M. Muir, 1939 Schweiz, Ende 1940 Ausreise über Lissabon nach New York (Hotel Navarro); aufgrund seiner vielfältigen internationalen Handelsbeziehungen erwirtschaftete er dem Deutschen Reich ein beträchtliches Devisenaufkommen, weswegen Reichswirtschaftsminister Hjalmar Schacht sich bei der RKK für den Verbleib Graupes einseitzte, ehem. Geschäftspartner von Arthur Goldschmidt und enger Kontakt von Hans Wendland, gegen den er später gerichtlich vorging, um die Rückgabe von
Gemälden zu erwirken; über das Kunstauktionshaus Paul Graupe, später H.W. Lange, wurde zahlreicher jüdischer Besitz versteigert, mehr als 200 Namen sind bekannt (u.a. Budge, Gutmann, Goldschmidt-Rothschild)

Lit.: Patrick Golenia, Paul Graupe. Starauktionator, Devisenbeschaffer, Verfolgter, in: in: Ausstellungskat. Gute Geschäfte. Kunsthandel in Berlin 1933–1945, Berlin 2011, 47–52 Qu.: www.errproject.org; NARA M1949, OMGUS 1945-51 (hier eine unter zahlreichen Quellen)

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