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Beteiligte Privatpersonen und Körperschaften am NS-Kulturgutraub

Heydt, Eduard Freiherr von der

1882–1964; stammte aus
bergischer Honoratiorenfamilie (Elberfeld, heute Wuppertal), Sohn des Bankiers und Kunstmäzens August von der Heydt (1851–1929) und der Selma Haarhaus (1862–1944), Studium der Rechts- und Staatswissenschaften, Genf und Freiburg i. Br., Banklehre in Dresden, 1902 3. Garde-Ulanen-Regiment, Potsdam, 1905 promoviert zum Dr. rer. pol., arbeitete für das Bankhaus August Belmont, New York, in der Folge Mitglied des Aufsichtsrates und beteiligt an verschiedenen Bankhäusern, auch 1930 an der "August-Thyssen-Bank", die während des Zweiten Weltkriegs den gesamten Zahlungsverkehr der deutschen Abwehr abwickelte, stand den Hohenzollern nahe und nationalkonservativen Kreisen, 1933-39 Mitglied der NSDAP, ab 1937 schweizer Staatsbürgerschaft, Wohnsitze u.a. in London, Amsterdam, Berlin (Tiergarten u. Wannsee), ab 1930er Jahre Schweiz, Lago Maggiore/Ascona, wo er 1926 den Monte Verità gekauft hatte, wohlhabender Kunstsammler und Mäzen mit Schwerpunkt asiatische Kunst, zahlreiche Leihgaben in internationalen Museen, weitreichende internationale Kontakte, insbesondere nach England, möglicherweise Kontakt zu Hans Wendland und Walter Andreas Hofer, ab 1937 Verdacht auf "Finanztransfers" für die deutsche "Spionageabwehr" und die Wehrmacht; nach Kenntnis des Schweizer Historikers und Journalisten Thomas Buomberger flossen von seinen Konten bis Anfang 1943 an 40 deutsche Geheimagenten neunzig Zahlungen in über einem Dutzend Währungen - insgesamt fast eine Million Schweizerfranken, 1946 als "Devisenbeschaffer für das Dritte Reich" wg. "Raubgoldgeschäften" und "nachrichtendienstlicher Tätigkeit" für Nazi-Deutschland vor
geheimem Schweizer Militärgericht, 1949 Freispruch, Schenkung von Teilen seiner Ostasiatika-Sammlung an das Museum Rietberg, Zürich
 

Lit.: Sabine Fehlemann und Rainer Stamm (Hgg.), Die Von der Heydts. Bankiers, Christen und Mäzene, Wuppertal 2001; Francesco Welti, Der Baron, die Kunst und das Nazigold, 2008 Qu.: ALIU, Final Report, 132

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