Navigation und Service

Lost Art


Glossar

Aktion „Entartete Kunst“

Die von den Nationalsozialisten initiierte Aktion „Entartete Kunst“ richtete sich insbesondere gegen die im öffentlichen, also „Reichs-, Länder- und Kommunalbesitz befindlichen Werke deutscher Verfallskunst seit 1910.“ In München fand ab dem 19.07.1937 die erste einer Reihe verfemender Ausstellungen der als „entartet“ konfiszierten Werke der Moderne statt. Einigen Sälen wurden bereits kurz nach der Eröffnung Zugangsbeschränkungen auferlegt. Der Präsident der Reichskammer der bildenden Künste, A. Ziegler, wurde am 30.06.1937 durch Goebbels ermächtigt, Werke „der Verfallskunst“ für eine Ausstellung (s.o.) einzuziehen. In der beteiligten Kommission wirkten Künstler und Kunsthistoriker mit. Als programmatischer Gegensatz fand gleichzeitig im neu errichteten Münchner „Haus der Deutschen Kunst“ die „Große Deutsche Kunstausstellung“ statt. Auch nach Juli 1937 setzten sich die Beschlagnahme-Aktionen fort und umfassten letztlich rund 17000 Werke sämtlicher Kunstgattungen, die stilistisch nicht der von Hitler und den Nationalsozialisten propagierten („pseudo-naturalistischen“) Geschmacksrichtung entsprachen. Die Objekte zählen allgemein nicht zu den NS- verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgütern, da die Aktion primär auf die Sammlungsbestände öffentlicher Einrichtungen fokussiert war. Anfänglich richtete sie sich nicht gegen Werke ausländischer Künstler. Viele der beschlagnahmten Objekte wurden gegen Devisen über den internationalen Kunsthandel verkauft.

Diese Seite:

© Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste - 2019