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Lost Art


Jüdische Sammler und Kunsthändler (Opfer nationalsozialistischer Verfolgung und Enteignung)

Berolzheimer,Dr. Michael

Lebensdaten1866-1942
BerufJurist
Angehörige
  • Heinrich (Vater), Ehrenbürger von Nürnberg und Fürth
  • Melitta (Ehefrau, 1867 geb. Dispeker, gesch. Schweisheimer); 2 Söhne aus 1. Ehe
AdresseNürnberg; Fürth; Untergrainau (Grundbesitz, Nh. Garmisch-Partenkirchen)
Firmensitz, -name, -gründungBleistiftfabrik, gegr. 1855 von Daniel Berolzheimer; Dr. Michael Berolzheimer war zudem Gründer und Inhaber einer Rechtsanwaltskanzlei.
Besitztümeru.a. Kunstsammlung, seit ca. 1900; umfasste mehr als 800 Nummern v. a. graphische Blätter deutscher und italienischer Kunst des 18. und 19. Jahrhunderts . Darunter Werke von Johann Georg von Dillis, Joseph Anton Koch, Carl Rottmann, Moritz von Schwind, Eugen Napoleon Neureuther, Philipp Veit, Bonaventura Genelli u.v.m.
SchicksalWie sein Vater setzte auch Michael Berolzheimer das kulturelle Engagement der Familie in München mit einer Stiftung an die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen ebenso wie in seinem Wohnort Untergrainau fort.Trotz seiner Verdienste sahen er und seine Familie sich aufgrund ihrer jüdischen Herkunft gezwungen, Deutschland im Sommer 1938 zu verlassen. Mit Hilfe des Münchner Rechtsanwalts Robert Held gelang es dem Ehepaar Berolzheimer im die Emigration in die USA. Die Sammlung wurde 1938 und 1939 in Abwesenheit Berolzheimers auf zwei Auktionen bei Weinmüller in München veräußert, ohne dass er von Amerika aus darauf Einfluss nehmen konnte oder an dem Erlös der Verkäufe beteiligt wurde.
EnteignungDas Finanzamt Garmisch-Partenkirchen veranlasste mit Bescheid vom 15.12.1938, das die Familie Berolzheimer in der Folge der Progromnacht eine „Kontributionszahlung" in Höhe von 80.000,- RM bezahlen musste. Bis zum 5.2.1941 wurde die Familie Berolzheimer in Abwesenheit gezwungen, den Grundbesitz in Untergrainau verkaufen. Am 3. Juli 1941 teilte die Gestapo-Leitstelle München mit, dass „das gesamte in Deutschland befindliche Vermögen des B. und seiner Ehefrau sichergestellt" worden sei.
RestitutionStädtische Galerie im Lenbachhaus, München, 1950; Albertina, Wien, 2010; Kupferstichkabinett, Berlin,2011
QuelleKunstversteigerungshaus Adolf Weinmüller, München, “Antiquitäten, Möbel, Plastik, Gemälde des 15.-20. Jahrhunderts, Ostasiatica“, München, 30. November, 1./2. Dezember 1938; Kunstversteigerungshaus Adolf Weinmüller, München, “Buchminiaturen und Handzeichnungen aus älterer und neuerer Zeit“, München, 9./10. März 1939; Bundesarchiv Koblenz und Berlin; Staatsarchiv München, bayerisches Hauptstaatsarchiv München, Stadtarchiv München, National Archives, Washington, Marktarchiv Garmisch Partenkirchen

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