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Lost Art


Jüdische Sammler und Kunsthändler (Opfer nationalsozialistischer Verfolgung und Enteignung)

Drey, Siegfried (Kunsthandlung A.S. Drey)

BerufAntiquariar, Seniorchef
Angehörige
  • Drey, Aaron S.
  • Drey, Siegfried (gest. 1935?)
  • Drey, Franz (Francis) (= Sohn von Siegfried)
  • Drey, Paul (1885-1953) (= Sohn von Siegfried)
  • Stern, Adolf (Schwiegersohn von Aaron S. Drey) (1840-1931)
  • Friedrich Stern (Sohn von Adolf)
  • Ludwig Stern (Sohn von Adolf)
AdresseMünchen, Max-Josef-Str.2; Maximiliansplatz (Firmensitz München ab 1913)
Firmensitz, -name, -gründungA.S. Drey, Max-Joseph-Str., München; London (Francis); New York (Paul Drey Gallery, gegr. 1920); Amsterdam; Firmengründung 1860 von Aaron S. Drey; 1861 Expansion (Siegfried Drey); Siegfrid Drey war bis 1933 Vorsitzender der Handelskammer
BesitztümerAls der bekannte Münchener Kunsthändler Franz Drey von der Kunsthandlung A.S. Drey, Deutschland 1936 aufgrund seiner jüdischen Abstammung verlassen musste, trat dessen Anwalt Dr. Alexander Spengler an Bornheim mit dem Vorschlag heran, die Firma A.S. Drey zu übernehmen. Bornheim, der nie der NSDAP angehörte, übernahm zusammen mit seiner Frau die Firma und das Lager mit Kunstgegenständen im Wert von RM 300.000.
SchicksalDer Sohn Paul Drey emigrierte in die USA, New York; Franz Drey emigriert 1936.
SammlungIn seiner Sammlung befanden sich vor allem Antiquitäten.
Enteignung1935 wurde die Firma A.S. Drey nach erfolgtem Berufsverbot an die Industrie- und Handelskammer in München verkauft. 1936 durch Walter Bornheim als "Galerie für Alte Kunst" übernommen. Lagerbestände wurden über Paul Graupe (Berlin) am 17./18. Jun.1936 vertseigert.
Restitution1947 Kontakt zwischen Sohn Paul Drey und der Industrie- und Handelskammer München, um Restitution zu erreichen. Die Holzplastik "Heiliger Georg" von S. Luchsberger wurde durch die Bundesregierung vom Leihnehmer DHM Berlin zurückgegeben; zwei Altartafelbilder des Jüngeren Meisters der Heiligen Sippe mit Apostel-Darstellungen "Jacobus - Johannes" und "Thaddäus - Philippus" wurden durch die SPK restituiert.
Quelle

Tisa Franicisi, Esther; Heuss, Anja: Kreis, Georg, „Fluchtgut – Raubgut. Der Transfer von Kulturgütern in und über die Schweiz 1933 – 1945 und die Frage der Restitution“ (= Veröffentlichungen der Unabhängigen Expertenkommission Schweiz – Zweiter Weltkrieg, 1), Zürich 2001, 292; Schulz-Hoffmann, Carla; von zur Mühlen, Ilse: „Provenienzforschung an den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen". In „Museen im Zwielicht. Ankaufspolitik 1933-1945. Kolloquium vom 11. und 12. Dezember 2001 in Köln / die eigene Geschichte. Provenienzforschung an deutschen Kunstmuseen im internationalen Vergleich. Tagung vom 20. bis 22. Februar 2002 in Hamburg“ bearb. von Ulf Häder (= Veröffentlichungen der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste, 2), Magdeburg 2002, 333, 344; Moser, Eva: „„... geht damit in arischen Besitz über." Die Verdrängung der Juden aus der Münchener Wirtschaft". In: „Entehrt. Ausgeplündert. Arisiert. Entrechtung und Enteignung der Juden“, bearb. von Andrea Baresel-Brand (= Veröffentlichungen der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste, 3), Magdeburg 2005, 131; 134f., 142 f.; Seelig, Lorenz: „Die Münchner Sammlung Alfred Pringsheim - Versteigerung, Beschlagnahmung, Restitution". In: „Entehrt. Ausgeplündert....", 267, 274; Weniger, Matthias: „Die Sammlungen Siegfried Lämmle und Ludwig Gerngross im bayerischen Nationalmuseum 1938 - 1953". In: „Entehrt. Ausgeplündert....", 294, 299; Paul Graupe [Hrsg.]
Aus dem Besitz der Firma A. S. Drey, München: (Räumungsverkauf) ; am 17. und 18. Juni 1936;

http://research.frick.org/directoryweb/related.php?search=A.S. Drey (Firm)

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