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Lost Art


Jüdische Sammler und Kunsthändler (Opfer nationalsozialistischer Verfolgung und Enteignung)

Fuchs, Eduard

Lebensdatengeb. 31.01.1870 in Göppingen; gest. 26.01.1940 in Paris
BerufVerlagskaufmann, Autor und Kulturhistoriker
Angehörige2. Ehefrau Fuchs, Margarete, geb. Alsberg (10.12.1885 in Köln – 07.06.1953 in New York) / Tochter aus 1. Ehe Gertraud Fuchs (15.05.1897 in München – 19.05.1960 in Stuttgart).
Adresse1920 – 1933 Berlin, Hermannstraße 14 (Haus Perls / Haus Fuchs) / 1934 – 1940 Paris, Rue d’Auteil 6 bis, Paris XVI° (Hintergebäude)
BesitztümerVilla, erbaut 1911/12 von dem Architekten Mies van der Rohe für den Berliner Anwalt und Kunstsammler Hugo Perls, die Eduard Fuchs 1920 für fünf Liebermann-Gemälde erwarb. 1928 ergänzt von Mies van der Rohe um einen Ausstellungstrakt im Bauhausstil. Obstgut der Tochter Gertraud Fuchs in Werder / Havel
SchicksalFlohen 1933 zunächst in die Schweiz, dann nach Genf und Paris. Buchverbote, Beschlagnahmungen und Verbrennungen entziehen Fuchs die berufliche Existenz.
SammlungGemäldesammlung Max Slevogt, Max Liebermann und Honoré Daumier. Mit 6000 Blättern komplette Druckgraphik Sammlung des französischen Karikaturisten. Große sittengeschichtliche Sammlung (Zeichnungen, Druckgraphik, Plakate, Flugblätter) mit ungefähr 20.000 Objekten. Bemerkenswerte Ostasiatische Sammlung mit dem Schwerpunkt chinesischer Dachreiter und Tang Grabplastiken.
EnteignungGestapo und Finanzamt Berlin-Zehlendorf beschlagnahmen am 25.10. bzw. am 26.10.1933 Haus und Sammlung. Am 19.09.1935 wird die Beschlagnahmung der Sammlung aufgehoben. Fuchs kann jetzt durch Verwandte und Freunde weitere Blätter aus der Villa schmuggeln und teilweise in der Schweiz (Kunsthalle Basel) bzw. in geheimen Plätzen in Berlin (Frau Rückert, Berlin-Tiergarten) und Paris verstecken. Die Freigabe der Sammlung war ein taktisches Manöver der Gestapo. Durch das Reichsfluchtsteuergesetz wurde die Sammlung liquidert, seine Tochter war gezwungen die Kunstwerke zu versteigern über das Berliner Auktionshaus Lepke und die Leipziger Graphikspezialisten Boerner. Über die Erlöse konnte aber nicht die Tochter als Einreicherin, sondern nur die Gestapo verfügen.
QuelleWeitz, Ulrich: Eduard Fuchs – Der Mann im Schatten, Berlin (Karl Dietz Verlag) 2014

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