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Lost Art


Jüdische Sammler und Kunsthändler (Opfer nationalsozialistischer Verfolgung und Enteignung)

Helbing, Hugo

Beruf(1863-1938), Kunsthändler
Firma1885 Gründung der Kunsthandlung Hugo Helbing als OHG (Handelsregister München). Theodor Neustätter wurde 1906 Gesellschafter; 1915 traten Dr. Ernst Spiegel und Fritz Helbing (Sohn aus erster Ehe) ebenfalls als Gesellschafter ein. Fritz Helbing trat am 31.12.1935 aus, Neustätter verstarb am 7. April 1936 und am 01. Dezember 1936 schied Ernst Spiegel aus. Am 14. Januar 1938 wurde die OHG aufgelöst und das Vermögen mit Aktiva und Passiva auf Hugo Helbing als Alleininhaber eingetragen [Quelle: Provenienzdokumentation des BADV]
AdresseMünchen, u.a. Wagmüllerstraße 16
FamilieLydia (Ehefrau)
EnteignungDas Auktionshaus Hugo Helbing wurde von Adolf Weinmüller und seine Kunsthandlung an der Wagmüllerstraße 16 durch Jacob Scheidwimmer „arisiert". Am 9. November 1938 zwangsweise Schließung der Firma Hugo Helbing, weil ihr alleiniger Inhaber, Kommerzienrat Hugo Helbing, Jude war. Von der Reichskunstkammer wurde als Treuhänder Max Heiß, Referent für Kunsthandelsfragen beim Landesleiter der Reichskammer für bildende Künste, eingesetzt.
SchicksalHugo Helbing wurde in der Reichspogromnacht verhaftet und zusammengeschlagen; er verstarb am 30. November 1938 an den dabei erlittenen Verletzungen.

QuelleMeike Hopp: Kunsthandel im Nationalsozialismus: Adolf Weinmüller in München und Wien, Köln 2012 (= Veröffentlichungen des Zentralinstituts für Kunstgeschichte 30); Carla Schulz- Hoffmann / Ilse von der Mühlen: „Provenienzforschung an der Bayrischen Staatsgemäldesammlung", in „Museen im Zwielicht. Ankaufspolitik 1933-1945. Kolloquium vom 11. u. 12. Dezember 2001 in Köln / die eigene Geschichte. Provenienzforschung an deutschen Kunstmuseen im internationalen Vergleich. Tagung v. 20. bis 22. Februar 2002 in Hamburg“, bearb. von Ulf Häder (= Veröffentlichungen der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste, 2), Magdeburg 2002, 333.

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