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Lost Art


Jüdische Sammler und Kunsthändler (Opfer nationalsozialistischer Verfolgung und Enteignung)

Lugt, Frits

Lebensdatengeb. 1884 Amsterdam; gest. 1970
BerufKunsthistoriker, Sammler, Kurator
AdresseDen Haag; USA
SchicksalVerließ die Niederlande bereits 1939 vorsorglich über die Schweiz in die USA.
SammlungDie Sammlung umfasste englische Porträtminiaturen, flämische und holländische Zeichnungen des 16. und 17. Jhds., chinesisches Porzellan, Gemälde von Rembrandt.
EnteignungKonnte einen Teil seiner Sammlung in die Schweiz verschicken, der verbliebene Rest wurde 1941 beschlagnahmt, ein Teil davon ging nach Linz. Lugt war nicht jüdisch, galt aber laut seines Verwalters, der sich auf diese Weise bereichern wollte, als "deutschfeindlich". Nach einiger Zeit wurde deutlich, dass es sich um einen Irrtum gehandelt hat und die Deutschen mussten einige der Maßnahmen rückgängig machen. Allerdings wagte man nicht, die nach Linz verbrachten Objekte zurückzufordern. Als jedoch 1941 die USA in den Krieg eintraten, galt Lugt als "Aufenthaltsfeind" und so die Beschlagnahmungen wieder als gerechtfertigt.
QuelleLöhr, Hanns Christian: „Das Braune Haus der Kunst. Hitler und der „Sonderauftrag Linz“. Visionen, Verbrechen, Verluste“, Berlin 2005, 120, 138, 407f.; Aalders, Gerard: „Geraubt! Die Enteignung jüdischen Besitzes im Zweiten Weltkrieg", Köln 2000, 124-126; http://lugt.idcpublishers.info/aboutlugt.php (Stand 07.03.06); Tisa Franicisi, Esther; Heuss, Anja; Kreis, Georg: „Fluchtgut – Raubgut. Der Transfer von Kulturgütern in und über die Schweiz 1933 – 1945 und die Frage der Restitution“, Veröffentlichungen der Unabhängigen Expertenkommission Schweiz – Zweiter Weltkrieg, 1, Zürich 2001, 260. Handreichung.

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