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Lost Art


Jüdische Sammler und Kunsthändler (Opfer nationalsozialistischer Verfolgung und Enteignung)

Rothschild, Alphonse

Lebensdatengeb. 15. Februar 1878; gest. 02. September 1942 Bar Harbor/Maine
BerufGroßgrundbesitzer
Angehörige
  • Rothschild (geb. Sebag-Montefiore), Clarice Adelaide
AdresseWien IV., Theresianumgasse 18; Gut Schillersdorf, Tschechoslowakei
SchicksalIm März 1938 Flucht nach Villars-sur-Ollon in der Schweiz, anschließend Flucht über Frankreich, Großbritannien und Kanada in die USA.
SammlungDie Sammlung, die als eine der größten und bedeutendsten Sammlungen der Zeit galt, umfasste Gemälde und Kunsthandwerk aus dem 15.-18. Jhd.
Enteignung1938 Beschlagnahmung und Einzug des gesamten Vermögens von Alphonse Rothschild. Der beschlagnahmten Sammlung wurde durch das NS-Regime besondere Beachtung geschenkt. Nach Geltendmachung des „Führervorbehalts“ verfügte Hitler die Aufteilung der Restbestände der Sammlung vor allem auf die Museen der Bundesländer, da seines Erachtens nach Wien bereits genug Kunstschätze besaß.
RestitutionDie Sammlung Rothschild war die Erste, auf die das 1998 geschaffene Bundesgesetz über die Rückgabe von Kunstgegenständen aus den Bundesmuseen und öffentlichen Sammlungen angewandt wurde; demgemäß wurden 1999 zahlreiche Kunstwerke von der Republik Österreich an die Erben von Todes wegen restituiert.
QuelleLillie, Sophie, „Was einmal war – Handbuch der enteigneten Kunstsammlungen Wiens“, Wien 2003, S. 1003 ff.; Trenkler, Thomas, „Der Fall Rothschild. Chronik einer Enteignung", Molden Verlag, Wien 1999; Petropoulos, Jonathan, „Kunstraub und Sammelwahn. Kunst und Politik im Dritten Reich", Propyläen, Berlin 1999, S. 111, 113, 115, 119, 122, 122, 170, 172, 219, 241.

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