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Lost Art


Jüdische Sammler und Kunsthändler (Opfer nationalsozialistischer Verfolgung und Enteignung)

Schloss, Adolphe

Lebensdatengeb. 10. August 1842 in Fürth; † 31. Dezember 1910 in Paris
BerufImmobilien- und Warenmakler
AdresseAvenue Henri-Martin 38, Paris
SammlungDie bedeutende Sammlung umfasste eine große Anzahl von flämischen und holländischen Künstlern sowie eine Reihe früher Italiener (insgesamt 333 Objekte); Flämische und niederländische Gemälde, frühe Meister wie Petrus Christus (Pieta), Isenbrandt (Jungfrau ) Gossaert (Venus), niederländische Meister des 17. Jahrhunderts, wie Bruegel de Velours, Brouwer, Hals, Van der Heyden, Van der Neer, Rembrandt oder Ruisdael sowie unbekanntere Künstler (Boursse, Brekelencamp, Molenaer).
EnteignungDie Witwe und die Kinder behielten die Sammlung zunächst, versteckten die Bilder ab 1939 im Château de Chambon,Tulle (Limousin). 1943 Beschlagnahme in Tulle von Vertretern des Vichy-Regimes sowie SS-Angehörigen, anschließend Verbringung in das Jeu de Paume, Paris. Dort Auswahl von 262 Werken für den "Sonderauftrag Linz"; Verbringung dieses Konvolutus in den "Führerbau" ("Verwaltungsbau"), München, wo es am 27. November 1943 einging. Der Rest der Sammlung wurde vermutlich über den Pariser Kunstmarkt verkauft. Von dem in den "Führerbau" verbrachten Bestand wurden 253 Werke vom 29. auf den 30. April 1945 geplündert. Bestand wurde verzeichnet unter Sammelnummer 3108 des "Sonderauftrag Linz", die Gemälde wurden ferner innerhalb des Konvoluts durchnummeriert.
Restitution157 Werke aus dem Führerbau gelten weiterhin als verschollen (Stand 2018); 96 Werke wurden über den CCP München an die Erben Schloss restituiert sowie vier Werke zwischen 1946-50 (diese waren nicht im CCP registriert worden), ein Werk 1982 sowie vier weitere zwischen 1999-2001.
BeteiligteDr. Erhard Göpel, Mitarbeiter "Sonderauftrag Linz", beteilgt auch an Beschlagnahme; Hans Reger (Mitarbeiter Invenatrisation und Verwaltung Linzer Bestände im "Führerbau", München)
Quelle

Löhr, Hanns Christian, „Das Braune Haus der Kunst. Hitler und der „Sonderauftrag Linz“. Visionen, Verbrechen, Verluste“, Akademie Verlag, Berlin 2005, S. 61, 87, 142, 170; Feliciano, Hector, „Das verlorene Museum. Vom Kunstraub der Nazis", Aufbau-Verlag, Berlin 1998, S. 95, 97, 131, 166, 171-175; Ministère des Affaires étrangères; Direction des Archives er de la Documentation (Hrg.), „Collection Schloss, Oeuvres spoliées pendant la deuxième guerre mondiale non restitueés (1943-1998)", Paris 1998 (https://www.diplomatie.gouv.fr/sites/archives_diplo/schloss/sommaire_ang.html); Répertoire des Biens Spoliés (http://www2.culture.gouv.fr/documentation/mnr/MnR-rbs.htm); Verzeichnis der Gemälde aus der Sammlung Schloss in: Bestand B 323/186, Bundesarchiv (http://www.bundesarchiv.de/DE/Navigation/Finden/Recherchesysteme/recherchesysteme.html). Von 2014-2018 fand am Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München, das Projekt "Rekonstruktion des „Führerbau-Diebstahls“ Ende April 1945 und Recherchen zum Verbleib der Objekte" statt, https://www.zikg.eu/projekte/projekte-zi/fuehrerbau-diebstahl; Frdl.Hinweise von Janine Schmidt (München) und Dr. Meike Hopp (München).

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