Navigation und Service

Lost Art


Jüdische Sammler und Kunsthändler (Opfer nationalsozialistischer Verfolgung und Enteignung)

Westfeld, Walter

Lebensdaten1943 veschollen
BerufKunsthändler
AdresseElberfeld; Düsseldorf
SchicksalMai 1936 musste Walter Westfeld wegen der Rassegesetze die Galerie schliessen (Ausschluß Reichskulturkammer). Umzug nach Düsseldorf, Humboldtstrasse 24, wo er über Mittelsmänner (z.B. Kunsthändler August Kleucker (Elberfeld/Düsseldorf); Kunsthändler Robert Lebel (Paris), den Kunsthandel fortsetzte. (Mglw. rekrutierte sich die Spitzweg-Ausstellung in der „Galerie August Kleucker“ (Düsseldorf) aus Beständen der Sl. Westfeld (angelegt um 1933). 1937 erging eine anonyme Anzeige wegen Devisenvergehens und „Rassenschande“. Die (geplante) Emigration nach Nordamerika wurde dadurch vereitelt. Walter Westfeld wurde angeklagt, große Teile seines Vermögens illegal in das Ausland verschoben sowie einen Teile seiner Kunstsammlung illegal nach Paris gebracht zu haben. Er wurde zu einer Zuchthausstrafe verurteilt, die er 08/1940-06/1942 in Remscheid-Lüttringhausen verbüsste. Sein Vermögen und seine Kunstsammlung wurden eingezogen; es folgte die Versteigerung des Kunstbesitzes beim Kölner Kunsthaus Lempertz am 12. und 13. Dezember 1939.
Nach seiner Entlassung wird Westfeld „in Schutzhaft“ genommen und am 1. Oktober 1942 ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Am 23. Januar 1943 wird er nach Auschwitz gebracht, wo er verschollen ist.
EnteignungEinziehung von Vermögen und Kunstsammlung; Versteigerung des Kunstbesitzes beim Kölner Kunsthaus Lempertz am 12./13. Dezember 1939.
QuelleKunstausstellung Walter Westfeld/Galerie Walter Westfeld
http://www.kunsthandel-der-moderne.eu/content/view/21/36/
Herbert Schmidt: Der Fall Walter Westfeld.- in: Herbert Schmidt: Der Elendsweg der Düsseldorfer Juden. Chronologie des Schreckens 1933-1945.- Düsseldorf 2005, S. 273-278; Victoria S. Reed: Walter Westfeld (1889-1943?): Art Dealer in Nazi Germany.- in: Vitalizing memory. International perspectives on provenance research.- Washington 2005. S. 154-159; Handbuch des Kunstmarktes 1926; Pantheon 1926; Maecenas 1927; Maecenas 1930; Adressbuch 1933; Gerichtsakten vorhanden (Vgl. herbert Schmidt 2005).

Diese Seite:

© Stiftung Deutsches Zentrum Kulturgutverluste - 2018