Wir haben hier für Sie Links zu Internetseiten zusammengestellt, auf welchen ständig oder aus aktuellem Anlass Informationen zur Thematik der kriegsbedingt verlagerten und NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgüter zu finden sind.
Sie finden hier Links zu folgenden Kategorien:
- Internetportale
- Online-Magazine
- Literaturrecherche
- Staatliche und nichtstaatliche Einrichtungen
- Online-Datenbanken und Kataloge
Informationen zu neuen Internetangeboten oder zu Veränderungen der hier vorgestellten nehmen wir stets dankbar entgegen. Teilen Sie uns auch bitte mit, falls ein Link ins Leere gehen sollte.
Suchmaschinen
Relevante Internetseiten findet man in Suchmaschinen unter den Begriffen „Beutekunst“, „Raubkunst“ oder „Nazigold“ und seinen Äquivalenten in anderen Sprachen, z. B. „lost art“, „looted art“, „art theft“, „spoils of war“ oder „ouevres récupérées“.
Über Meta-Suchmaschinen ist es möglich, in mehreren Suchmaschinen oder in speziellen Suchmaschinen (z. B. länderspezifischen) nach bestimmten Internetseiten zu suchen. Die Ergebnisanzeige erfolgt nach einer Parallelsuche als Zusammenfassung der Ergebnisse in einer Ergebnisseite. Etablierte Suchmaschinen sind z. B. AltaVista, Infoseek, Google, Lycos, WebCrawler, Yahoo sowie MetaGer, MetaFinder und Alltheweb.
Eine Meta-Suchmaschine mit Cluster-Struktur stellt Vivisimo dar.
Als eine spezielle Suchmaschine für Internet-Angebote aus den Bereichen Kunst und Kunstgeschichte bieten sich die World Wide Arts Resources an.
Internetportale
Spezialisierte Internet-Portale wenden sich an bestimmte Nutzergruppen. Unter folgenden Internetadressen werden aus gegebenem Anlass auch Nachrichten zur Problematik „Raub- und Beutekunst” verbreitet und Rezensionen zu entsprechender Fachliteratur veröffentlicht oder es finden Diskussionen zu diesem Thema statt. Einige dieser Anbieter koordinieren und moderieren Mailinglisten, so dass ein Kommunikations- und Informationsforum geboten wird.
Hier eine Auswahl:
Das H-Net ist ein internationaler und interdisziplinärer Verbund von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, der das Ziel hat, das Potential des Internets für Forschung und Lehre nutzbar zu machen. Die Fachredaktionen betreuen über 100 Mailinglisten und Websites und veröffentlichen regelmäßig Artikel, Rezensionen, multimediale Materialien und Diskussionsbeiträge für die interessierte Öffentlichkeit.
Zu den H-Net Netzwerken in Deutschland zählen u. a.:
H-ArtHist - Netzwerk Kunstgeschichte,
H-Soz-u-Kult - Fachinformation und Kommunikation für die Sozial-, Kultur- und Geschichtswissenschaften,
H-MUSEUM - moderierte Mailingliste „rund ums Museum”.
Weitere Portale:
Virtual Library Museen - bündelt als Kooperationspartner des Deutscher Museumsbund museumsspezifische Online-Ressourcen im deutschsprachigen Raum,
ARCHIV.Net - Archivwesen Online: ein nichtkommerzielles Portal mit redaktioneller Betreuung,
historicum.net - präsentiert mit Themenportalen, elektronischen Journalen, Rezensionen, Materialien für den Einsatz in Unterricht und Lehre, der Dokumentation aktueller Diskussionen, Terminankündigungen und umfangreichen Linksammlungen ein interdisziplinäres Informationsangebot für die Geschichts- und Kunstwissenschaften,
Portal Kunstgeschichte - kommerzielle Plattform für kunstgeschichtliche Themen im Internet,
Museum Security Network - bietet auf seinen Internetseiten eine Zusammenstellung von relevanten Links sowie von Pressemeldungen an.
Online-Magazine
Die Art Newspaper berichtet regelmäßig zur Problematik „Raub- und Beutekunst“. Eine ständige Rubrik Looted Art bietet Zusammenstellungen und weitere Links.
Das Artsjournal sammelt ebenfalls Artikel zu diesem Thema und aktualisiert die entsprechende Passage der Homepage ständig.
Nachrichten Kunst berichtet in Abständen über „Raub- und Beutekunst“ und bietet zahlreiche Links an.
Der Nachrichtendienst für Historiker bietet neben einem allgemeinen Suchdienst eine Presseschau mit ausgewählten Zeitungsartikeln der deutschsprachigen, amerikanischen, englischen und französischen Presse. Die Artikel der jeweils letzten beiden Tage sind komplett im Internet veröffentlicht, die älteren, seit 1996 erschienenen Artikel werden nachgewiesen.
Die Internet-Zeitschrift kunstrecht.de veröffentlicht regelmäßig Artikel auch zur Problematik „Raub-und Beutekunst“, vorrangig zu rechtlichen Problemen.
Weiterhin bieten die Archive in den Online-Ausgaben verschiedener großer überregionaler Tageszeitungen Möglichkeiten für eine Recherche (z. T. kostenpflichtig).
www.artnet.de ist die führende internationale Kunsthandelsplattform. Das artnet Magazin veröffentlicht neben Artikeln zum aktuellen Kunstmarktgeschehen auch Dossiers zum Thema Raubkunst und Restitution.
Literaturrecherche
Für die Recherche nach Publikationen bietet sich der Virtuelle Katalog der Universitätsbibliothek Karlsruhe (KVK) an. Hier kann ein bestimmtes Buch in einem einzigen Suchvorgang gleichzeitig im Buchhandel und in zahlreichen Bibliothekskatalogen recherchiert werden, und zwar in Bibliotheken Deutschlands, Österreichs, der Schweiz, Italiens, Frankreichs, Großbritanniens und der USA (nur staatliche und Universitätsbibliotheken).
Zu den Beständen von Kunstbibliotheken kann im speziellen Virtueller Katalog Kunstgeschichte (VKK) recherchiert werden.
Im gemeinsamen elektronischen Katalog der deutschen kunsthistorischen Institute in Rom und Florenz sowie des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München, Kubikat, sind auch Zeitschriftenaufsätze nachgewiesen.
Bibliografien
Die Bibliografie Bibliografie Beutekunst (Berlin 2000) von Peter Bruhn ist wahlweise in deutscher und russischer Sprache auch im Internet abrufbar.
Weitere Literatur-Zusammenstellungen im Internet
- Bibliografie „Beutekunst aus zweierlei Sicht“ der Forschungsstelle Osteuropa der Universität Bremen
- „Bibliography Looted Art“ der National Archives and Records Administration (NARA), Washington
Staatliche und nichtstaatliche Einrichtungen
Die Anlaufstelle Raubkunst ist ein Kompetenzzentrum auf der schweizerischen Bundesebene für alle Fragen im Zusammenhang mit der Raubkunst aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.
Die Commission pour l'indemnisation des victimes de spoliations intervenues du fait des législations antisémites en vigueur pendant l'Occupation (CIVS) wurde im September 1999 durch den Premierminister der Republik Frankreich eingesetzt. Vorsitzender der Kommission ist seit September 2005 Herr Gérard Gélineau-Larrivet, Kammerpräsident a.D. am Kassationshof. Die CIVS prüft Ansprüche von Personen, welche unter der Vichy-Regierung und während der deutschen Okkupation Frankreichs wegen der Diskriminierung und Verfolgung der Juden Unrecht erlitten hatten. Auf der Internetseite werden Informationen in französischer, englischer, hebräischer und teilweise auch in deutscher Sprache angeboten, ein Forum wurde eingerichtet und Formulare für die Anmeldung von Ansprüchen werden als Downloads zur Verfügung gestellt.
Die Commission for Looted Art in Europe (ECAE) ist eine unabhängige Organisation, die sich mit allen Aspekten der Problematik NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter befasst. Sie bietet Institutionen und Privatpersonen Hilfe und Unterstützung bei der Recherche, Identifizierung und Rückführung dieser Kulturgüter an. Die ECLA vertritt die Interessen des European Council of Jewish Communities (ECJC) und der Conference of European Rabbis (CER) und sie betreibt das Central Registry of Information on Looted Cultural Property 1933-1945.
Das Art Loss Register wird als kommerzielles Unternehmen betrieben und sucht im Auftrag von Institutionen und Privatpersonen nach vermissten und gestohlenen Kunstwerken.
Das britische Unternehmen Swift Find betreibt ein Online-Register, in dem öffentliche Einrichtungen und Privatpersonen aus dem In- und Ausland Kunstwerke und Kulturgüter eintragen lassen können, die von den Nationalsozialisten geraubt wurden.
Die Conference on Jewish Material Claims Against Germany, kurz Claims Conference, bündelt die Unterstützung jüdischer Personen und Institutionen, die unter der Shoa gelitten haben. Aspekte der Arbeit berühren Ausgleichszahlungen, "Nazigold" und jüdische Abstammungsnachforschungen.
Das United States Holocaust Memorial Museum bietet auf seinen Internetseiten auch eine Zusammenstellung von Informationen und Links zur Thematik des NS-Kunstraubes.
Die Research Library des Getty Research Institutes in Los Angeles hält verschiedenes Archivmaterial bereit, das „Raub- und Beutekunst“ betrifft.
DasEnemy Property Claims Assessment Panel (EPCAP) ist eine Einrichtung in Großbritannien, die Anspruchsmeldungen von Personen bearbeitet, denen während des Zweiten Weltkrieges Eigentum entzogen wurde, da sie Bürger von „Feindstaaten“ waren.
Die Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen widmet sich zeitgenössischen Entwicklungen in Kultur und Gesellschaft Ostmittel- und Osteuropas. Forschungsziel der Arbeitsgruppe „Sowjetische Kulturgüter“ war die systematische Erfassung des Schicksals der durch deutsche Institutionen aus der Sowjetunion verschleppten Kulturgüter während und nach dem Zweiten Weltkrieg.
Die Forschungsstelle Internationaler Kulturgüterschutz an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken untersucht die rechtlichen Entwicklungen des Völkerrechts im Hinblick auf Kulturgüter.
Das Online GedenkstättenForum ist eine Einstiegs- und Kommunikations-Plattform für den Gedenkstättenbereich der Stiftung Topographie des Terrors.
Die Forschungsstelle "Entartete Kunst" am Kunsthistorischen Institut der Freien Universität Berlin beschäftigt sich mit den Methoden und Auswirkungen nationalsozialistischer Kunstpolitik, insbesondere mit der Beschlagnahme moderner Kunstwerke in deutschen Museen durch die Nationalsozialisten im Jahr 1937. Die Forschungsstelle erarbeitet ein Gesamtverzeichnis der im Zuge der Aktion "Entartete Kunst" in deutschen Museen beschlagnahmten Kunstwerke.
Der Internationale Museumsrat hat zur Umsetzung der von der Generalversammlung am 6. Juli 2001 verabschiedeten Resolution beschlossen, eine spezielle Website zur Problematik der NS-verfolgungsbedingten Kulturgüter zu veröffentlichen, um die angeschlossenen Museumsverbände in dieser Frage zu unterstützen.
Gegründet 2001, bildet das Documentation Centre of Property Transfers of Cultural Assets of WW II. Victims heute eine Abteilung des Instituts für Zeitgeschichte der tschechischen Akademie der Wissenschaften. Es ging aus einer gemeinsamen Arbeitsgruppe der Regierung unter Pavel Rychetsky hervor, mit dem Ziel der Aufklärung historischer und wirtschaftlicher Fragen im Zusammenhang mit NS-verfolgungsbedingt entzogenem jüdischen Besitz, insbesondere Kulturgüter. 2006 beschloss die tschechische Regierung die Finanzierung bis 2011.
Online-Datenbanken und Kataloge
In den letzten Jahren haben sich die Verantwortlichen in den Museen und öffentlichen Sammlungen des In- und Auslands verstärkt darum bemüht, die Provenienze ihrer Sammlungen genauer zu erforschen. Objekte, bei denen trotz intensiver Nachforschungen Provenienzlücken bestehen oder bei denen sich Hinweise auf einen Erwerb ergaben, der in Zusammenhang mit Raub- oder Beutekunst stehen könnte, wurden publik gemacht – in gedruckter Form und zunehmend über das Internet.
Zudem gibt es in vielen Ländern staatliche Einrichtungen, nichtstaatliche Organisationen, Vereine und Stiftungen, die sich mit der Suche, Dokumentation und Restitution von verlorenen Kulturgütern beschäftigen. Im folgenden sind Links nach Staaten geordnet zusammengestellt.
Australien
Die National Gallery of Australia, die National Gallery of Victoria und die Art Gallery of New South Wales haben Werke aus ihren Sammlungen, bei denen die Provenienz nicht geklärt ist, im Internet veröffentlicht.
Deutschland
Das Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV) hat seine Rechercheergebnisse zur Provenienz von Kunst- und Kulturgütern, die sich im Ressortvermögen des Bundesministeriums der Finanzen befinden, untersucht und eine detaillierte Provenienzdokumentation erstellt.
Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden unternehmen im ZUge des Daphne-Projekts eine systematiosche Provenienzrecherche sämtlicher Zugänge. http://www.skd.museum/de/forschung/provenienzforschung-projekt-daphne/index.html
Die Kunstwerke der Hamburger Kunsthalle, die bis 1933 entstanden sind und die die Sammlung seit 1933 bis heute erhalten hat, werden auf ihre Provenienz hin überprüft. Informationen zum Projekt Provenienzforschung und zu Sammlungsbeständen mit lückenhafter Provenienz wurden auf der Website der Kunsthalle im Menü "Forschung" veröffentlicht.
Im Rahmen des Projektes "Displaced Books. NS-Raubgut in der Universitätsbibliothek Marburg" wurde eine Datenbank erstellt, die Informationen über die während der NS-Zeit von der Universitätsbibliothek Marburg erworbenen Bücher und ihre Vorbesitzer enthält.
Die Stadtbibliothek Nürnberg hat auf ihrer Website eine Liste der Vorbesitzer von Buchbeständen veröffentlicht, die während der NS-Herrschaft beschlagnahmt oder auf andere Weise entzogen wurden.
Das Handschriftenarchiv der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften hat Listen mit Kriegsverlusten sowie Nachweise über gerettete bzw. erhalten gebliebene Handschriftenbestände veröffentlicht. In den Listen sind jeweils die Beschreibungen der verlorenen oder verschollenen Handschriften aufgelistet. Gleichzeitig werden - soweit bekannt - aktuelle Bestandsnachweise zu den erhaltenen Handschriften zur Verfügung gestellt.
Kunstarchiv Kittel: Klassisches Papierarchiv aller Arten gedruckter Quellen: Zeitungen, Zeitschriften, Einladungen Museen und Galerien, Ausstellungskalender, PR-Materialien Museen und Messen, Kataloge etc.; Themen-Archiv mit den Hauptgebieten Glas, Keramik m. Porzellan, Möbel, Silber, Schmuck etc.; Realien-Abteilung, Firmenarchiv seit ca. 1880 einschl. lehrende Institutionen, Firmen und Entwerfende Künstlern (z.B. AEG - Peter Behrend); Generalregister der Künstler mit cross references; Material zu ca. 200.000 Künstlern, über die Vernetzung weitere 300.000 belegbar. Digital erfasst ca. 65.000 Künstlernamen und ca. 7.000 Firmen/Institutionen.
Beschlagnahmeinventar "Entartete Kunst": Datenbank der freien Universität Berlin mit dem Gesamtverzeichnis der 1937 in deutschen Museen beschlagnahmten Werke der Aktion "Entartete Kunst".
Deutsches Historisches Museum: Datenbank zum Sonderauftrag Linz: Das Deutsche Historische Museum (DHM) stellt in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für zentrale Dienste und offene Vermögensfragen (BADV) diese Bild-Datenbank zum "Sonderauftrag Linz" mit der zur Zeit möglichen Vollständigkeit ins Netz.
Provenienzdokumentation des Bundes.
Das Zentralarchiv des internationalen Kunsthandels ZADIK, 1992 gegründet und gefördert vom Bundesverband Deutscher Galerien BVDG, sammelt und bewahrt die Archive bedeutender Galerien und Kunsthändler, insbesondere ihre Geschäfts- und Künstlerkorrespondenz, sowie sämtliche Materialien, die Aufschluß geben über den Galeriebetrieb, seine Ausstellungs- und Öffentlichkeitsarbeit und seine Arbeit mit den Künstlern.
Mit der Datenbank „Galerie Heinemann online“ stellt das Deutsche Kunstarchiv der Provenienzforschung ein exzellentes Werkzeug zur Verfügung, das auch für die Recherchen in den Sammlungen deutscher Museen eine herausragende Bedeutung erlangen wird.
Die Universitätsbibliothek Heidelberg besitzt im Rahmen ihres Sondersammelgebietes Kunstgeschichte mehrere Tausend Auktionskataloge verschiedener deutscher und internationaler Auktionshäuser. Im Rahmen des internationalen Kooperationsprojekts „German Sales 1930-1945. Art Works, Art Markets, and Cultural Policy” werden seit dem 1. November 2010 alle Auktionskataloge der Jahre 1930 bis 1945 aus Deutschland, der Schweiz und Österreich nachgewiesen, digitalisiert und online bereit gestellt. Durch OCR-Bearbeitung entstehen durchsuchbare Volltexte, die in den Getty Provenance Index® integriert werden. http://www.ub.uni-heidelberg.de/helios/fachinfo/www/kunst/digilit/auktion/welcome.html
GDK Research – Bildbasierte Forschungsplattform zu den Großen Deutschen Kunstausstellungen 1937-1944 in München publiziert unbekannte fotografische Dokumente zur staatlich geförderten Kunst der NS-Zeit, um die kritische Auseinandersetzung mit der Kunst- und Kulturpolitik des nationalsozialistischen Regimes auf eine breitere, quellengestützte Grundlage zu stellen. Die historischen Bildzeugnisse werden von der Photothek des Zentralinstituts für Kunstgeschichte als Teil des von der amerikanischen Siegermacht 1946 zurückerstatteten kulturellen Erbes verwaltet. GDK Research bekennt sich nachdrücklich zu der daraus resultierenden Verantwortung zum gewissenhaften Umgang mit problematischem, zum Teil zweifelhaftem und in jedem Fall kontroversem Material.
Frankreich
Im Auftrag der Vereinigung der Nationalmuseen wurde der Katalog Musées nationaux Récupération zusammengestellt, in der alle am Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland beschlagnahmten Kunstwerke verzeichnet wurden. Zahlreiche Gegenstände wurden schon in den 1950er Jahren zurückgegeben. Der aktuelle Restbestand wird sowohl in Buchform als auch im Internet veröffentlicht.
Israel
Das Israel Museum Jerusalem dokumentiert auf seiner Website Kunstwerke und Judaica, die von den Nationalsozialisten geraubt worden waren und nach dem Zweiten Weltkrieg von der Organisation zur Rettung jüdischen Eigentums gesammelt wurden.
Kanada
Die großen kanadischen Museen in Ottawa, Toronto und Montreal haben Werke mit unsicherer Provenienz im Internet veröffentlicht.
Niederlande
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die von der deutschen Besatzungsmacht in den Niederlanden gekauften, beschlagnahmten und geraubten Kunstwerke zurückgeführt. Da für etwa 4000 Kunstobjekte keine Anspruchsberechtigten ermittelt werden konnten, ist seit 1998 das Projectbureau Herkomst Gezocht damit beschäftigt, die Provenienzen dieser Kulturgüter zu klären.
Österreich
Die Kunst-Datenbank des Nationalfonds enthält Informationen zu Kunst- und Kulturgegenständen, die sich heute in Museen und Sammlungen der Republik Österreich oder der Stadt Wien befinden und bei denen nach aktuellem Stand der Provenienzforschung die Möglichkeit besteht, dass sie in der NS-Zeit entzogen wurden. Die Veröffentlichung in der Kunst-Datenbank erfolgt in Kooperation mit den betroffenen Museen und der österreichischen Provenienzforschung. Sie soll zur Klärung der Restitutionsfähigkeit der Gegenstände beitragen.
Die nachfolgend aufgeführten österreichischen Museen und Bibliotheken haben Objekte aus ihren Sammlungsbeständen, welche zwischen 1938 und 1945 im Zusammenhang mit der Enteignung und Vertreibung der jüdischen Bürger erworben wurden, im Internet veröffentlicht:
Archiv der Stadt Linz („Sammlung Gurlitt“ der Neuen Galerie der Stadt Linz)
Oberösterreichisches Landesmuseum Linz
Museen der Stadt Wien
Landesmuseum Joanneum Graz
Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum Innsbruck
Wienbibliothek
Polen
Seit 2011 ist die Datenbank zu den polnischen Kriegsverlusten vom Ministerium für Kultur und kulturelles Erbe online zugänglich.
Die Gemälde sind ferner in einem Online-Katalog auf der Website der polnischen Botschaft in den USA veröffentlicht.
Russland
Die Allrussische Staatliche Bibliothek für Ausländische Literatur (VGBIL) realisierte ein Internet-Projekt, in dem u. a. ein Verzeichnis früherer Besitzer von seltenen Büchern, die heute im Besitz der VGBIL sind (Index of Former Owners of the VGBIL Rare Books Department Collection), erstellt wurde. Sie hat darüber hinaus nach Gründung des Zentrums für verlagerte Kulturgüter eine weitere Internet-Seite zu verlagerten Kulturgütern eingerichtet.
Tschechien
Das tschechische Kulturministerium hat in Zusammenarbeit mit den Museen des Landes die Datenbank Restitution Art aufgebaut.
Ungarn
Die Direktion für Kulturerbe ist verantwortlich für das „Hungarian Art Restitution Project“ und hat eine Liste vermisster Kunstwerke aus ungarischen Sammlungen im Internet veröffentlicht. Momentan sind diese jedoch lediglich auf CD-Rom zugänglich (Stand: Ende 2008)
Vereinigte Staaten von Amerika (USA)
Footnote.com ist ein kommerzielles online-Archiv, das u.a. mit dem US-Nationalarchiv (NARA), der Library of Congress in Washington kooperiert und digitalisiertes Originalmaterial zur Verfügung stellt.
Descriptive Catalogue on Looted Judaica: Die Claims Conference veröffentlicht einen umfangreichen Informationskatalog zu von den Nationalsozialisten gestohlenen Judaica.
Database of Art Objects at the Jeu de Paume: Die Datenbank zu ERR-Plünderungen listet Kunstwerke auf, die von den Nazis in Frankreich und Belgien geraubt wurden.
Die großen Museen in den USA veröffentlichen seit September 2003 über das Nazi-Era Provenance Internet Portal Listen mit den Werken aus ihren Beständen, bei denen die Provenienzgeschichte zwischen 1933 und 1946 nicht lückenlos nachgewiesen werden kann oder die Herkunft der Kunstwerke unklar ist. Dieses Portal wird von der American Association of Museums (AAM) betreut und ist zusätzlich über deren Webseite errreichbar.
Vereinigtes Königreich (Großbritannien und Nordirland)
Die National Museum Directors' Conference (NMDC) hat im März 2000 eine gemeinsame Liste von Objekten mit ungeklärter Provenienz im Internet veröffentlicht.
Das Central Registry of Information on Looted Cultural Property 1933-1945 enthält eine Informationsdatenbank und eine Objektdatenbank. In der Objektdatenbank sind gesuchte Objekte aus mehreren Staaten verzeichnet, die im Zusammenhang mit nationalsozialistischer Verfolgung ihren Eigentümern entzogen wurden.
Cultural Property Advice ist ein britischer Online Ratgeber, der beim Sammeln und Handeln mit Kunst und Antiquitäten verlässliche Unterstützung bieten soll. Geboten werden Informationen zu aktuellen Rechtsfragen rund um den Kulturgutschutz, Checklisten und Factsheets. Adressaten sind Händler, Privatpersonen sowie öffentliche Sammlungen. Die Seite wird seit 2005 vom Museums, Libraries and Archives Council (MLA) mit Unterstützung des Department for Culture, Media and Sport unterhalten.
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