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Lost Art


Lösungen

Im Rahmen der Bemühungen zur Auffindung und zur Rückgabe von NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgütern sollen nach der Washingtoner Erklärung in Bezug auf Kunstwerke, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wurden, von 1998, der deutschen Gemeinsamen Erklärung der Bundesregierung, der Länder und der kommunalen Spitzenverbände zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter, insbesondere aus jüdischem Besitz, von 1999 und der Theresienstädter Erklärung von 2009 (PDF, 115 KB) zwischen den Betroffenen „faire und gerechte Lösungen“ gefunden werden.

Dabei stellt sich in der Praxis oftmals die Frage, wie eine solche Lösung konkret aussehen kann.

Die Erfahrung der vergangenen Jahre hat gezeigt, dass – neben Restitutionen – weitere unterschiedliche Lösungen wie etwa Zahlung einer Entschädigung, Rückgabe mit anschließendem Ankauf bzw. anschließender Dauerleihgabe möglich sind.

Als ein weiteres Serviceinstrument des Deutschen Zentrum Kulturgutverluste informiert nunmehr dieses Modul über ausgewählte Beispiele für konkrete Lösungen kulturgutbewahrender Einrichtungen. Weitere Beispiele finden sich in der Datenbank „Provenienzdokumentation“ des BADV, in der Recherche-/Forschungsergebnisse hinsichtlich des bundeseigenen Kunstbesitzes sowie Entscheidungen zu einzelnen Rückgabebegehren verzeichnet sind. Zusätzliche Beispielsfälle, Publikationen etc. können über das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste erfragt werden. Zu würdigende Aspekte für die jeweiligen Einzelfallentscheidungen finden sich etwa in der Handreichung (PDF, 686 KB).

Ausgewählte Beispiele für Lösungen:

  • 2017: Bund ermöglicht Ankauf eines Gemäldes von E. L. Kirchner - Grütters: Gelungenes Beispiel für eine faire und gerechte Lösung nach den Washingtoner Prinzipien

    Pressemitteilung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien vom 31.03.2017 (PDF, 154 KB)
  • 2016: Rückgabe des Gemäldes „Italienische Familie“ (1837) von Wilhelm Krafft durch ein Düsseldorfer Auktionshaus an die Erben nach Max Stern:

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  • 2016: Rückgabe des Ölgemäldes "Blumenstrauß" von Narcisso Vigillo Diaz de La Peña durch die Stadt Köln an die Erben nach Flicia Lachmann-Mosse und nach Walter Westfeld:

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  • 2016: Restitution und Rückkauf der Zeichnung „Felsige Waldlandschaft mit weitem Ausblick“ (um 1610/15) von Isaak Major durch die Kunsthalle Bremen von den Erben Dr. Arthur Feldman:

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  • 2013: Rückgabe und anschließender Ankauf von 2000 Bänden (Almanach-Sammlung) durch die Klassik Stiftung Weimar von den Erben Arthur Goldschmidt:

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  • 2013: Zahlung einer Entschädigung für das Gemälde „Makabre Szene – Dachgarten der Irrsinnigen“ (Joachim Ringelnatz) vom Clemens-Sels-Museums Neuss an die Erben Paul Westheim:

    Empfehlung der Beratenden Kommission in der Sache Westheim ./. Neuss (PDF, 8 KB)
  • 2012: Rückgabe des Gemäldes „Blumenstrauß in einer Tonvase“ (Werkstatt Jan Breughel d.Ä.) von den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen an die Erben Julius Kien:

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  • 2012: Rückgabe des Gemäldes „Waldlichtung mit kleinem Weiher“ (Carl Blechen) vom Fürst-Pückler-Museum der Stadt Cottbus an die Erben Sommerguth:

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  • 2012: Zahlung einer Entschädigung für das Gemälde „Leuchtturm mit rotierenden Strahlen“ (P.A. Sehaus) vom Kunstmuseum Bonn an die Erben Flechtheim:

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  • 2012: Rückgabe und anschließender Ankauf von zwei Aquarellen (Lehmbruck) durch die Stiftung Preußischer Kulturbesitz von den Erben Paul Westheim:

    Pressemitteilung SPK vom 27.01.2012 (PDF, 41 KB)
  • 2011: Rückgabe des Gemäldes „Bildnis einer jungen Damen“ (C. V. von Vogelstein) von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden an die Commission for Looted Art in Europe:

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  • 2011: Rückgabe von 70 Büchern von der Zentral- und Landesbibliothek Berlin an die Friedrich-Ebert-Stiftung:

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  • 2008: Zahlung einer Entschädigung für das Gemälde „Portrait der Familie von Dithfurth“ (J.J.A. von der Embde) durch das Land Hessen an die Erben Baumann:

    Empfehlung der Beratenden Kommission in der Sache Baumann ./. Hessen (PDF, 40 KB)
  • 2001: Rückgabe und anschließende Dauerleihgabe eines Tora-Schildes durch das Jüdische Museum Fürth von den Erben Dottheim Brooks:

  • 2001: Rückgabe der Bibliothek Cäsar Hirsch von der Universitätsbibliothek Tübingen an die Berechtigten:

  • 2001: Rückgabe von sechs Büchern durch die Universitätsbibliothek Marburg an die Erben Max Wolf:

  • seit 1993: Rückgabe von ca. 140 Büchern durch die Staats- und Universitätsbibliothek Bremen an Voreigentümer:

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