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Schwarzenberg, Dr. Adolph Fürst zu

Dr. Adolph Fürst zu Schwarzenberg (1890 - 1950) wurde nach dem Tod seines Vaters 1938 Erbe und Eigentümer der Familiengüter. Am 17.08.1940 beschlagnahmte die Gestapo sein gesamtes in Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei gelegenes Vermögen. Darunter befanden sich auch umfangreiche Archive und Kunstsammlungen aus den zahlreichen Anwesen der Familie Schwarzenberg.

Als Gegner des Nationalsozialismus emigrierte Adolph Schwarzenberg am 30. August 1939 nach Italien, um seiner Verhaftung durch die Gestapo bei Kriegsausbruch am 1. September 1939 zu entgehen. Bei der späteren faktischen Machtausübung der deutschen Gestapo in Italien emigrierte er weiter in die in die USA. Bereits 1938 hatte er seinen Vetter, Dr. Heinrich Prinz zu Schwarzenberg, zu seinem Generalbevollmächtigten mit Sitz in Hluboká berufen, den er im Frühjahr 1940 adoptiert hat. Dieser selbst sah sich der Verfolgung durch die Nationalsozialisten weiter ausgesetzt, wurde verhaftet und unter anderem im KZ Buchenwald interniert. Bis zum Kriegsende wurde er zur Zwangsarbeit in Linz und in Grein an der Donau verpflichtet.

Nach 1945 gelang es Heinrich (dem späteren Rechtsnachfolger und Testamentserben von Adolph Schwarzenberg) die Besitzungen in Deutschland und Österreich zurück zu gewinnen. Bei den hier dokumentierten Verlusten handelt es sich um bewegliches Kulturgut, das der Familie aufgrund nationalsozialistischer Verfolgung und Enteignung abhanden gekommen ist. Dieses konnte nach der Konfiskation nach Dekret No. 12/1945 Slg. über die Konfiskation von landwirtschaftlichem Eigentum nicht erfasst werden. Ebenso wurde es von der späteren Übertragung eines Teiles des Vermögens auf das Land Böhmen nach der Zuteilungsregelung gemäß Gesetz Nr. 143/1947 Slg. (Lex Schwarzenberg) nicht betroffen, weil Gegenstand dieser Regelung gemäß § 1 Absatz 2 ausdrücklich nur das Betriebsvermögen war.

Im Jahr 2009 hat das tschechische Verfassungsgericht erkannt, dass die Familiengruft von Adolph Schwarzenberg nicht enteignet wurde und in dessen noch nicht eingeantworteten tschechischen Nachlass gefallen ist. Hinsichtlich der Restitution von dessen sonstigen Besitztümern in der Tschechischen Republik sind zahlreiche Gerichtsverfahren der Tochter von Heinrich Schwarzenberg, Frau Elisabeth von Pezold, geborenen Prinzessin zu Schwarzenberg, anhängig.
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