Zwangsverlagerung und NS-Wissenschaftspolitik
- Name
- Frank Möbus
- Eingabedatum
- 21.09.2009
Bei den Recherchen nach möglichem Raub- und Beutegut in der Bibliothek der Seminar für Deutsche Philologie der Göttinger Universität sind wir auf einen Buchbestand gestoßen, der unseres Erachtens dokumentationspflichtig ist, obgleich er sich nicht unter die herkömmlichen Kriterien für Kulturgutverluste fassen lässt. Im Jahre 1938 musste das Indogermanische Seminar der Universität Königsberg auf Erlass des Ministeriums Rust hin zwangsweise eine Anzahl von Büchern nach Göttingen abgeben, die dem Aufbau eines "Instituts für Runenforschung" dienen sollten, das später zu einer vom "Ahnenerbe e.V." geförderten "Dienststelle der Reichsführung SS" wurde. Die Bitten der Universität Königsberg um Entschädigung wurden abgelehnt. Solche aus "NS-wissenschaftspolitischen Gründen zwangsverlagerten Bestände" - wie sie sich gewiss auch in anderen Bibliotheken befinden werden - sollten, denken wir, öffentlich sichtbar dokumentiert werden. Eine ausführlichere Schilderung des Sachverhaltes findet sich auf unserer Homepage unter der URL http://www.uni-goettingen.de/de/123284.html Frank Möbus
Diese Seite:
© Koordinierungsstelle Magdeburg - 2010


















Zwangsverlagerung und NS-Wissenschaftspolitik
21.09.2009 von Frank Möbus