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Kulturstaatsminister Bernd Neumann: Mittel für die Provenienzrecherche werden verdoppelt – kleinere Einrichtungen sollen gestärkt werden

PRESSE- UND INFORMATIONSAMT DER BUNDESREGIERUNG
PRESSEMITTEILUNG NR.: 445 v. 02.12.2011

Anlässlich des 13. Jahrestages der am 3. Dezember 1998 verabschiedeten „Washingtoner Erklärung“ zur Suche und Restitution von NS-Raubkunst gab Kulturstaatsminister Bernd Neumann bekannt, dass die vom BKM seit 2008 bereitgestellten Mittel zur dezentralen Suche nach NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut ab 2012 von einer Million Euro auf zwei Millionen Euro pro Jahr verdoppelt werden. Die Mittel werden weiterhin in einem Antragsverfahren durch die bei der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) angesiedelte Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/-forschung (AfP) an öffentliche Museen, Bibliotheken und Archive in der Bundesrepublik vergeben.

Bernd Neumann erklärte dazu: „Die Verdopplung des Förderetats auf zwei Millionen Euro pro Jahr ist ein weiterer Meilenstein bei der Umsetzung der 1998 verabschiedeten „Washingtoner Prinzipien“ zur Suche und Restitution von NS-Raubkunst. Die Bundesrepublik Deutschland ist sich ihrer besonderen historischen Verantwortung für den Umgang mit NSverfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut bewusst, und ich freue mich, dass ich dies auch in den Haushaltsverhandlungen vermitteln und eine Etatverdopplung für die AfP durchsetzen konnte. Mit dieser Verdopplung stärken wir die Herkunftsforschung in Deutschland weiter, die mittlerweile international führend ist. Wir hoffen und erwarten, dass künftig auch verstärkt kleine und mittlere Museen, Bibliotheken und Archive für die Überprüfung ihrer Bestände nach NS-Raubgut gewonnen werden können. Weitere inhaltliche Herausforderungen sehe ich in der Erforschung großer Druck- und Graphiksammlungen sowie im Bereich des Kunstgewerbes. Die gute Kooperation mit den Ländern, die über die Kulturstiftung der Länder die Kosten der AfP-Geschäftsstelle in Höhe von 200.000 Euro pro Jahr tragen, sollte fortgeführt und ausgebaut werden. Sie ist notwendig, um den neuen inhaltlichen Herausforderungen der AfP auch personell gerecht zu werden.“

Die Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/-forschung (AfP) ist beim Institut für Museumsforschung der SPK angesiedelt, sie wird von Dr. Uwe Hartmann geleitet und beschäftigt vier Mitarbeiter. Der BKM stellt der AfP seit 2008 jährlich eine Millionen Euro (ab 2012 zwei Millionen) für die projektbezogene, dezentrale Provenienzrecherche/-forschung zur Verfügung. Die Kulturstiftung der Länder trägt mit 200.000 Euro jährlich den Unterhalt der AfP-Geschäftsstelle und unterstützt die länderübergreifende Vernetzung der Provenienzforschung.

Anträge auf kurzfristige Projektförderung können jederzeit gestellt werden. Antragsfristen für die Unterstützung langfristiger Projekte sind jeweils 1. April und 1. Oktober.

Kontakt:

Arbeitsstelle für Provenienzrecherche/-forschung beim Institut
für Museumsforschung der Staatlichen Museen zu Berlin - Stiftung
Preußischer Kulturbesitz, Bodestraße 1-3, 10178 Berlin, Tel.: (030) 2090
6215, E-Mail: afp@smb.spk-berlin.de, homepage: www.arbeitsstelleprovenienzforschung.de

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