Wochenterrine mit Deckel
Por. 385 (Mannheimer)
352 (?) (Muller & Cie)
Schnorr von Carolsfeld: Flache runde Form ohne Fuß, mit zwei horizontal angesetzten, reliefierten und vergoldeten Griffen. Der Deckel gewölbt, mit schmalem, vergoldetem Rand, abgesetztem Rundfeld am Scheitel und vergoldetem Kugelknauf. Bemalung: Bunte Chinoiserien in unregeImäßig geschweiften, goldkonturierten Bildfeldern, begleitet von Pfeil- und Punktschnüren sowie von Perlenketten. An der Terrinenwandung zwei große, am Deckelrand vier mitteIgroße, am Scheitel vier kleine Bildfelder. Zwischen den Bildern verschlungenes goldenes Bandwerk mit Perlschnüren und Gitterfeldern; Darstellungen auf der Terrine: a) Schlafende Prinzessin auf einer von zwei Dienern getragenen Bahre, begleitet von einem dritten Diener mit Sonnenschirm und Wedel; dahinter eine Dienerin mit Frühstücksgeschirr. b) An einem Tisch links eine sitzende Dame, die ein Mohr von hinten an den Schultern packt; eine zweite Dame wehrt den Zudringlichen ab. Rechts ein stehender Chinese, der ein Kind auf geflecktem Pferd reiten läßt. Am Deckelrand: a) Chinesischer Kaiser auf dem Thron, davor zwei huldigende Chinesen und ein Hornbläser. b) Teegesellschaft von vier Chinesen an niedrigem rundem Tisch, daneben ein Diener an kochendem Kessel. c) Chinesischer Fürst an einer Balustrade, umgeben von Schirmträger, Fächerträger und Diener, der Früchte präsentiert. d) Gesellschaft von drei Chinesen und einer Frau, am Teetisch sitzend. Am Scheitel: a) Vornehmer Chinese in einer offenen, von zwei Dienern getragenen Sänfte. b) Zwei stehende Chinesen an einem Gueridon mit dampfendem Kessel. c) Vornehmer stehender Chinese und tief sich verneigender Klient. d) Am Teetisch sitzender Chinese und kniender Diener, der mit dem Blasrohr das Feuer unterm Teekessel anfacht (vgl. die Untertasse von Nr. 236). - Die gemusterten Gewänder in Purpurviolett, Graugrün, Braun und Eisenrot, die Blumen vorwiegend in Eisenrot mit hellolivgrünen Blättern. Der Rasen in schmutzigem Olivgrün, die Erdstreifen bei den größeren Bildern in Erdbraun. Am inneren Rand der Terrine Goldspitzen. Um 1725-30. Ohne Marke. Augsburger Hausmalerei aus der Werkstatt des J. Aufenwerth. Eng verwandt mit den Geschirren Nr. 229-34, den beiden Deckelvasen Nr. 225/26, den beiden Koppchen und Untertassen 227/28 und dem Becher und Untertasse Nr. 236.
Muller & Cie: Deckelterrine, runde Form mit zwei flachen Henkeln. In Reserven polychrome Chinoiserien. Rahmung und Bordüren vergoldet. Terrine gerissen. [ohne Angabe der Provenienz Oppenheimer]
Lit.:
• Julius Schnorr von Carolsfeld: Sammlung Margarethe und Franz Oppenheimer: Meissener Porzellan. Berlin 1927.
• US – NARA, RG 260. M1946. Administrative records, correspondence, denazification orders, custody receipts, property cards, Jewish restitution claim records, property declarations, and other records from the Munich CCP. Roll 145. Restitution Research Records. Mannheimer Collection: Catalog, Volume II.
• Porselein-Mannheimer bestemd voor de verkoop. In: NL - HaNA, 2.08.42. - SNK, Stichting Nederlands Kunstbezit, Nr. 565 - Stukken betreffende de verkoop van kunstvoorwerpen die behoren tot de Mannheimer collectie op de veiling van 14 oktober 1952, 1952.
• Frederick Muller & Cie:Catalogue de tableaux, antiquités, objets d'art provenant de la collection du Dr. F. Mannheimer, 14.-21.10.1952. Amsterdam 1952.
Sammlung Schöller, Berlin
Sammlung Dr. Franz und Margarethe Oppenheimer, Berlin und Wien, - 1927 - 1938 (um) -
Sammlung Dr. Fritz Mannheimer, Amsterdam 1938 (um) -
sichergestellt durch Dienststelle Mühlmann für Sonderauftrag Linz, 1941 -
CCP München
Restitution an die Niederlande, Amsterdam
Rijksmuseum Amsterdam
Auktion Muller & Cie, Amsterdam 14.-21.10.1952, Lot 352 (?)