"Bibliothek Karl Neumeyer"
Karl Neumeyer war Professor der Rechte an der Münchener Universität. Als Jude verlor er seinen Lehrstuhl und erlitt weitere Repressalien. Dennoch blieb er in Deutschland, während seine beiden Söhne emigrierten. Als er und seine Ehefrau Anna, geb. Hirschhorn, im Juli 1941 ihr Haus verlieren und ghettoisiert werden sollten, nahmen sie sich das Leben.
Karl Neumeyers Bibliothek wurde vom NS-Regime beschlagnahmt. Eine Quelle besagt, dass die Bibliothek am 12. August 1941 versteigert werden sollte. Ob die Versteigerung tatsächlich stattfand, ist unklar. In den 50er und 60er Jahren verkaufte die Münchener Buchhandlung Blendl zahlreiche Bücher aus der Bibliothek Karl Neumeyers. Alle derzeit bekannten Erwerbungen von Neumeyer-Büchern geschahen bei Blendl.
Im Wiedergutmachungsverfahren wurde für den Verlust der Bibliothek eine Geldentschädigung festgesetzt.
Die beiden in Lost Art eingestellten Werke stehen exemplarisch für insgesamt 7 Bücher und 25 Bände einer Zeitschrift in Bibliotheken des Fachbereichs Rechtswissenschaft der Universität Bonn.
Die Erben entschieden mit Rücksicht auf die geleistete Entschädigung, dass die Bücher an ihrem jetzigen Ort bleiben sollen. Ein Werk wurde wegen seines besonderen Erinnerungswertes an die Erben zurückgegeben.
Juristisches Seminar der Universität Bonn
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