Esther-Rolle
Es handelt sich hierbei um eine Esther-Rolle, wie sie zum Purim Fest verlesen wird und somit um einen wichtigen jüdischen Kultgegenstand. Die Esther-Rolle ist nicht gerollt. Der Zustand des Pergaments ist nicht geeignet, um sie wieder rollen zu können. Es sind deutliche Verfärbungen sichtbar, die auf einen konservatorisch schlechten Zustand verweisen. Die Bindefäden (Bgidim) aus Rindersehnen sind spröde und in Zersetzung begriffen. Der erste Abschnitt ist in besonders schlechtem Zustand. Die Rolle als Ganzes weist gravierende Feuchtigkeitsschäden auf, die das Pergament deformiert und es unelastisch gemacht haben.
Die Begutachtung durch einen Sofer hat ergeben, dass die Schrift Arisel ist und einige Buchstaben nach kabbalistischen Kriterien geschrieben wurden, was auf eine Datierung um 1750 schließen lässt. Die Herkunft der Rolle ist nicht eindeutig bestimmbar, sie ist jedoch dem aschkenasischem Kulturkreis zuzuordnen.
Auf der Rückseite befindet sich eine kaum mehr lesbare handschriftliche Anmerkung. Dabei handelt es sich um Inventarisierungsangaben von Prof. Friedrich Ritter, Vorstandsmitglied der Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer, die vermutlich zwischen 1938 und 1940 auf die Rolle geschrieben wurden.
Ein Rollenhalter, Mantel oder andere Teile, die zu dieser Rolle gehören, wurden bis dato nicht gefunden.
Ostfriesisches Landesmuseum Emden
26725 Emden
Deutschland