Wappentasse mit Untertasse
Tasse mit Wappenschild und Untertasse aus Porzellan: Tasse KP00651A: konische Form mit sich weit öffnender Mündung; randständiger Überhenkel in Ohrenform, Abschnitt oberhalb des Rand volutenartig eingerollt; Standring an der Wandung durch Wulst angedeutet; Randlippe, Mündungsbereich im Inneren, Außenseite Henkel und Wulst am Bodenumbruch vergoldet; auf der dem Henkel gegenüberliegenden Seite Darstellung eines roten Wappenschildes mit drei grauen Signalhörnern, darüber Visierhelm mit nach links gerichtetem grauen Ziegenbock als Helmzier und grauen und roten Helmdecken; Ziffer "63." als Ritzmarke im Boden. Untertasse KP00651B: Standring wulstartig; Wandung ohne erkennbaren Absatz in Fahne übergehend; waagerechte Randlippe mit breitem Goldband; auf dem Spiegel fünfzeilige Widmung "L. v. Gaudecker / s/m / O. v. Düring / 18 A. 49. / Nr! (?)"; Ziffer "63." als Pressmarke im Boden.
1939 beim Kunsthändler Emil Backhaus (1873–1955) erworben. Emil Backhaus war seit 1914 als Kunst- und Antiquitätenhändler in Hannover tätig und bezog 1919 ein Wohn- und Geschäftshaus in der Königstraße 12. Backhaus prüfte als Vertrauensmann der Zollfahndungsstelle jüdisches Umzugsgut im Hinblick auf Kulturgut und kaufte von der Mitnahme ausgeschlossene Güter teilweise selbst an. Laut Aussagen aus der Nachkriegszeit unterhielt er ab 1940 Geschäftsbeziehungen in die besetzten Niederlande, wohin seine Töchter 1940 verzogen, unter anderem zum Auktionshaus van Marle & Bignell. Ab 1945 stand sein Geschäft wegen seiner NSDAP-Mitgliedschaft unter treuhänderischer Verwaltung.
Archivquellen: Bomann-Museum Celle, Archiv, Akte Eigenes + fremdes Eigentum, aufbewahrt in Schloß und Museum: Weltkrieg II (mit Verzeichnis der von Emil Backhaus eingelagerten Werke); Niedersächsisches Landesarchiv Hannover (NLA HA), Hann. 210 (OFP Hannover, diverse Vermögens- und Devisenangelegenheiten, darunter Hann. 210, Acc. 2004/023, Nr. 906 und Nr. 1317; Acc. 2004/025, Nr. 187 und Nr. 1152, Nr. 242, Nr. 1086 und 1087, Nr. 3885; NLA HA, Hann. 210 Acc. 2004/024, Nr. 3180 (Landesfinanzamt, Oberpräsident, Vermögensverwertungs- und Devisenstelle, Genehmigungsangelegenheiten); NLA HA, Nds. 171, Hann. Nr. 20034 (Entnazifizierungsverfahren); NLA HA, Nds. 210 Nr. 904/2 (Vermögenskontrollen Stadtkreis Hannover, 1947–1949); NLA HA, Nds. 401, Acc. 2015/69, Nr. 29; Nds. 110 W Acc. 14/99, Nr. 105654; Niedersächsisches Landesarchiv Wolfenbüttel (NLA Wf), 58 Nds. Fb.3 Zg. 62/1985, Teil 2, Nr. 23/032; Stadtarchiv Hannover, Einwohnermelde- und Gewerbekartei; Rechtsamt, Nr. 32, 45, 75; AAA Nr. 2392; HR 10 Nr. 1429; Stadtarchiv Celle, 29/III Nr. 89. Literatur: Galler, Christopher M.: Der Kunsthandel in Hannover. Bezugsquelle für die Sammlung des Bomann-Museums, in: Christopher M. Galler, Jochen Meiners (Hgg.): Regionaler Kunsthandel. Eine Herausforderung für die Provenienzforschung?! Celle 2022, S. 26–88; Externer Link
Bomann-Museum Celle
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